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Tipps für Arbeiten im Oktober/ November

Hartwin Zechmeister • 13. Oktober 2021
 Dieses Jahr mit dem seit langem magersten Honigertrag neigt sich langsam seinem Ende zu.
Die aufgefütterten und varroabehandelten Völker sollen gut für den Winter und die anschließende Durchlenzung vorbereitet sein. Bei schönem Wetter und Spättracht werden wir im Herbst oft noch regen Flugbetrieb und das Vorspiel der jungen Winterbienen feststellen. Bei Temperaturen unter 8°C werden sich die Bienenvölker zur Wintertraube zusammenziehen.

Da die Sommerbienen gestorben sind, sehen wir im Oktober, wie es wirklich um unsere Bienen steht. Wenn wir durch die Folie auf die Wabengassen schauen, wissen wir, wie stark das Volk tatsächlich zur Einwinterung ist. Ein Volk mit zu hoher Varroabelastung kann jedoch als ein vermeintlich gesundes, "starkes" Volk in wenigen Wochen zum "Todeskandidaten" werden.

Ein starkes Zander- Magazin- Volk belegt normalerweise bei der Einwinterung in der oberen Zarge 50 bis 80 %, in der unteren Zarge 80 bis 100% der Wabengassen. Würde nach der Haupttracht gründlich ausgelesen (worden sein), dürften am Bienenstand nur starke Völker vertreten sein.

Nur Völker, die mindestens 10.000 Bienen (ca. 1 kg) stark sein und einen möglichst geringen Varroa- Befall haben sollten, werden den Winter problemlos überleben. Völker mit weniger als 5.000 Bienen haben kaum eine Überlebenschance. Bei mildem Winter geht die Königin leider nicht aus der Brut, sodass sich die Milben weiter in der Brut vermehren können. Die OS- Winterbehandlung bleibt dann eher wirkungslos.

Da starke Völker in der Natur vergeblich nach Nahrung suchen, rauben sie bei fehlendem Trachtangebot die in der Umgebung stehenden schwachen, meist varroabelasteten Völker aus. Dabei werden tagtäglich hunderte Milben eingeschleppt ("Reinvasion"). Trotz vorher gewissenhaft durchgeführter Maßnahmen (AS, totale Brutentnahme oder Brutpause) sind auch im Herbst regelmäßige Varroakontrollen notwendig.

Folgende Arbeiten werden empfohlen:
  • Fluglöcher einengen und kontrollieren (bzgl. Räuberei)
  • Mäusegitter anbringen
  • schwache gesunde Völker auflösen, kranke abschwefeln 
  • Varroakontrollen, ggf. letzte Spätsommerbehandlung ("Notbehandlung": bei <12°C --> 85% AS, Schwammtuch)
  • letzte Futterkontrollen, ggf. überschüssige Futterwaben entnehmen, diese einem anderen mit weniger Futter zusetzen oder für das Frühjahr aufbewahren
  • eingelagerte dunkle Waben großzügig einschmelzen
  • OS- Winterbehandlung vorbereiten, nur bei Brutfreiheit durchführen
  • Jahresbilanz ziehen
  • Für Ruhe am Bienenstand sorgen
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